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"Abschied von Sidonie" von Erich Hackl
Sidonie ist ein Findelkind und noch dazu "Zigeunerin". Sidonie ist unschuldig. Sie wurde Opfer sogenannter großer Zeiten.
Erich Hackl erzählt, fast stumm, ohne jegliche offene Gefühlsregung - doch während man liest, hat man immer wieder das ...
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"Abschied von Sidonie" von Erich Hackl
Sidonie ist ein Findelkind und noch dazu "Zigeunerin". Sidonie ist unschuldig. Sie wurde Opfer sogenannter großer Zeiten.
Erich Hackl erzählt, fast stumm, ohne jegliche offene Gefühlsregung - doch während man liest, hat man immer wieder das Gefühl, dass er schreien würde. Oder das man selbst schreien möchte, schreien vor Wut.
Ein Bündel liegt vor dem Eingang des Steyrer Krankenhauses in dieser nebeligen Nacht 1933. In diesem Bündel liegt Sidonie. Das Gesicht mit Eiter verkrustet, aus Ohren, Nasen und Augen tritt Flüssigkeit hervor. Sidonie ist außerdem farbig. Nichts Aufsehen erregendes. Der Portier nimmt sie ebenso wie die anderen Kinder in dieser schweren Zeit und trägt sie hinauf zu der Nachtschwester. Die Vormundschaft für die an der "Englischen Krankheit" Dahinsiechende hat nun das Jugendamt Steyr.
Steyr um 1933: 22.000 Einwohner... 11.000 nehmen öffentliche Hilfe in Anspruch. Bettelei, öffentliche Ausspeisung
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